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Gedichte

Wort und Bild

Seit der Entstehung des Farbenwegs habe ich diverse Gedichte zu Bildern geschrieben. Hier findet Ihr eine Auswahl davon. Sie wird laufend ergänzt.

 

Goldene Linie

Ich führe mich
Spüre mich
Folge meinem Herz

Ich berühre mich
Wärme mich
Halte meinen Platz

Ich verbinde mich
Entspanne mich
Teile meinen Schatz

Monika Gloor, 04.06.2022

 

Pusteblume

Pusteblume
Ich hoffe und träume
Mein Wunsch fliegt los
Reist durch die Luft
Leicht und frei
Geduld
Mut
**
Neu
Anfang
Da wächst jetzt
Eine kleine Blume
Sie leuchtet bald gelb
Ich atme und staune
Fürs Leben

Monika Gloor, 19.05.2022

 

Rose

Warmer Wind
lässt sie hoffen.
Deckt das Kind
mit warmen Stoffen.
Fein und zart
blüht ihre Rose.
Gegenwart.
Ohne Prognose.

Monika Gloor, 31.12.2021

 

Schmelzen

Kleine Eissplitter
schneiden die Haut.
Mehrere Gitter
werden gebaut.
Nach vielen Jahren
schmilzt das Eis.
Sie darf erfahren,
was Liebe heisst.

Monika Gloor, 31.12.2021

 

Schweigen

Schneedecken und Schweigen
legten sich nieder
auf Wurzeln und Zweigen.
Sie fror.
Was hielt sie empor?
Sie arbeitete hart
und erstarrt.

Monika Gloor, 31.12.2021

 

Schuld

Ein kleines Kind
war gänzlich offen.
Sie liebte den Wind
und wurde getroffen
vom fallenden Holz.
Da wich ihr Stolz.
Sie nahm die Schuld
mit viel Geduld.

Monika Gloor, 31.12.2021

 

Frei Sein

Monika Gloor, 24.02.2021

 

Kristall

Freiheit & Struktur

Im Finstern
suche ich gern.
Entdecke fern
funkelt ein Stern.

Kreativ
ändert er sich.
Wächst intensiv
gegen das Licht.

Explosiv
verbrennt er sich.
Neue Form
entsteht magisch.

Im Quadrat
reift die Saat.
Ich mache Rast
in meinem Palast.

Ich grabe nach
einem Kristall.
Sehe hundertfach
gespiegeltes All.

Scharfe Klingen
setze ich ein.
Wird es gelingen
klar zu sein?

Das Wesentliche
liegt auf dem Tisch.
Ich verabschiede mich
melancholisch.

Monika Gloor, 23.03.2021

 

Mitte, ich such dich

Mitte,
ich such dich.
Ich ritte
vergeblich
ans Ende der Welt.

Dort säh ich herum.
Ich tränke ein Serum
und weckte das Wachstum.
Warum
wüchse ich krumm?

Außen am Rand
klopfte ich an.
Gegen die Wand.
Unfreies Land.

Ich wählte
die Umkehr
und käme
aufs Meer.

Ich schaute
nach innen.
Vertraute
Freundinnen.

Neue Öffnung.
Ohne Richtung,
ohne Schritte.
Das ist meine Mitte.

Monika Gloor, 23.03.2021

 

Neue Formen entstehen

Aus dem Nichts ein Pinselstrich.
Wie gehts weiter, frag ich mich.
Lass mich leiten vom Gefühl,
doch auf einmal wird mir kühl.

Rot wärmt mich schnell wieder auf
und der Pinsel malt im Lauf.
Diese Farbe wirkt stabil
und strebt kräftig hin zum Ziel.

… Blaue Pause …
… führt nach Hause …
… Ich lehn mich an …
… Bin ohne Plan …

In der Weite
entsteht die breite
weiche Spur
ruhiger Natur.

Rot folgt rhythmisch
und energisch,
wird nun fein,
und ganz klein.

Beide vereint,
Träne geweint.
Neue Formen entstehen,
um gemeinsam weiter zu gehen.

Monika Gloor, 07.12.2020

 

Der Boden trägt mich hin

Dunkelbraune Erde
liegt weich und fest.
Suchen wer ich werde
ohne den Rest.
Was lass ich liegen?
Was nehm ich mit?
Mich nicht verbiegen,
beim nächsten Schritt.

Ich will es wagen
tief zu gehen.
Ohne zu klagen
im Dunklen stehen.
Die Richtung verlieren,
wo ziehts mich hin?
Neu balancieren,
wer ich jetzt bin.

Im nächsten Moment
änderts wieder.
Es scheint turbulent,
auf und nieder.
Füße und Beine,
die mich tragen,
auch wenn ich weine,
ohne Fragen.

Auch wenn ich nicht
die Heldin bin,
der Boden ist dicht
und trägt mich hin.
Ich spüre den Halt
von unten her.
Die Erde liegt alt
und stärkt mich mehr.

Monika Gloor, 16.08.2020

 

Wirbel und Polarität

Schwarz und Weiß
drehen im Kreis.
Im Karussell
sind Dunkel und Hell.

Ruhe und Trab
wechseln sich ab.
Stehen polar
und auch als Paar.

Wohin wird es führen,
wenn sie sich berühren?

Neues erwacht,
das Feuer entfacht.
Die Asche bleibt
und wird einverleibt.

Darauf glänzt fein
ein eckiger Stein.
Auf Baches Grund
wird er nun rund.

Wächst die Pflanze,
so schließt sich das Ganze.

Monika Gloor, 16.08.2020

 

Der Tropfen spiegelt die Welt

Es ist soweit: Regen
fällt heut auf den Wegen.
Da landen sanft Tropfen
mit leisem Klopfen.
Die Landschaft scheint blasser.
Ein Schleier von Wasser.

Bald wechselt das Wetter.
Wie glänzen die Blätter?
Der Tropfen, der hält,
er spiegelt die Welt.
Dann fällt er unhörbar.
Die Luft ist jetzt ganz klar.

Kaum ist alles trocken,
vermiss ich erschrocken
die Klänge des Regens
und warte vergebens.

Auf knirschenden Pfaden
versuch ich zu baden.
Ein trauriges Lied.
Ich nehme Abschied.

Monika Gloor, 29.06.2020

 

Farbenreichtum

Ich verlasse die Hülle,
breit' mich aus in die Fülle.
Ich werd' grün, wenn ich wachs',
da begegnet mir ein Dachs.

Er flüstert das Geheimnis,
ein violettes Wagnis.
Ist es ein Traum?
Er lässt mich neu schaun'.

Die universelle
orange Quelle
bringt mich zum Lachen
und zum Traumwahrmachen.

Gelb leuchtet die Klarheit.
Ich finde die Möglichkeit
und setze sie um.
Da fühl' ich Reichtum.

Überfluss kann ich teilen.
Mit hellblauen Zeilen
schick' ich ihn weit.
In Dankbarkeit.

Mit feiner Kraft
hab' ich’s heut' geschafft.
Der Boden hält
mein rotes Zelt.

Jetzt leg' ich mich hin
erfüllt mit dem Sinn.
Mein Schlafsack ist blau.
Ich lass' los und vertrau'.

Monika Gloor, 19.06.2020

 

Licht

Der Sonnenstrahl
schickt das Licht.
Doch das Tal
leuchtet nicht.

Die Brücke ist schmal.
Wenn sie bricht,
kommt brutal
die neue Sicht.

Tiefes Wasser
sprudelt laut.
Und ein blasser
Eisblock taut.

Dunkle Schatten
werden heller.
In dem matten Tal
ein schneller
gelber Blitz.
Jetzt.

Die Nebelschwade
war einst grau.
Doch ich wähle
orange-blau.

Neue Pfade
mal ich rot
und erstelle
mir ein Boot.

Ruder weiter
mit Geschick.
Grau und heiter,
beides im Blick.

Der Sonnenstrahl
kommt von weit
und schenkt dem Tal
Helligkeit.

Monika Gloor, 08.06.2020

 

Die Wege pflegen

Auf dem Leidensweg
häng ich träg.
Auf dem Holzweg
steh ich schräg.

Doch der Scheideweg hält lebendig
und das Sakrileg ist notwendig.
Mutig den Umweg gehen,
auch das Privileg sehen.

Den Irrweg fegen,
den Ausweg legen.
Ihn täglich hegen,
genüsslich bewegen.

Die weniger bequemen
Schmerzen hinnehmen.
Ich lass mich nicht lähmen
und kann sie zähmen.

Dann schick ich sie weiter.
Bedanke mich heiter,
dass sie mich anregen,
die Wege zu pflegen.

Monika Gloor, 09.05.2020

 

Frei sein

Ich bin gefangen.
Wie kam ich rein?
Schmerzen und Bangen.
Es ist zu klein.

Ketten zerstören,
lange ringen.
Plötzlich zu hören,
Vögel singen.

Fliegen und fliegen,
schwingend und weit.
Nichts kann mich kriegen,
ich bin befreit.

Nach einer Weile
fühl ich mich leer.
Glänzen da Teile?
Wo komm ich her?

Teile der Ketten
nehme ich auf.
Können sie retten
den freien Lauf?

Monika Gloor, 24.04.2020

 

Fließen

Wenn das Leben kaum fließt.
Wenn der Regen kaum gießt,
auf die großen Straßen.
Und leider vergaßen
wir unsere Füße.
Die blassen Grüße
wurden schließlich weiß.
Es ist viel zu heiß.

Der Pfad zu dem Dunkeln,
die Warnlichter funkeln.
Zum Weiter entschlossen,
auch Schatten genossen.
Ganz ohne zu hasten
die Wurzeln ertasten.
Bis Farben nun sprießen
und wir wieder fließen.

Monika Gloor, 08.04.2020